Schimmelbefall an Wänden und Tapeten?

Bei Schimmelbefall muss sofort gehandelt werden. Denn Schimmel gefährdet die Gesundheit: Er kann u.a. Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. Deshalb sind bei der Sanierung auch besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

 

 

Woher kommt der Schimmelpilzbefall?

Schimmelpilze entwickeln sich in Wohnräumen häufig im Verborgenen. Oft fallen uns zunächst ein modriger, muffiger Geruch oder dunkle Flecken an befallenen Stellen, wie z.B. an Wänden, auf.

Schimmelpilze benötigen einen erhöhten Grad an Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Einige Arten sind in der Lage, sich bereits ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% zu vermehren. Aus bauphysikalischer Sicht ist in Wohnräumen eine relative Raumluftfeuchtigkeit von 50% bei einer Lufttemperatur um 20°C anzustreben.

Schimmelpilze finden sich daher bevorzugt in Bereichen, wo eine höhere Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Dazu gehören z.B. „dauerfeuchte“ Ecken im Bad, an Duschvorhängen und dauerelastischen Fugen. Ebenfalls tauchen sie in Außenwandbereichen auf, die unzureichend gedämmt sind und wo es aufgrund zu geringer Oberflächentemperaturen zu hoher wandnaher Luftfeuchtigkeit bis hin zum Kondensatausfall kommt. Dies ist dann der Fall, wenn eine unzureichende Wärmedämmung vorliegt.

Erhöhte Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen kann der Häufigkeit nach resultieren aus:

  • bauphysikalischen Mängeln (Wärmebrücken, unterdimensionierte Wärmedämmung)
  • Baumängeln, wie z.B. Undichtigkeiten im Fassadenbereich
  • einer fehlenden oder defekten AbdichtungAbdichtungSchutzschicht um Feuchtigkeit / Wasser daran zu hindern, in ein Gebäude einzudringen. im erdberührten Bereich
  • unzureichend ausgetrockneter Neubaufeuchte
  • falschem Raumnutzungsverhalten (unzureichendes Heizen und Lüften)
  • Wasserschäden, resultierend aus Leckagen oder Überschwemmungen
Schimmel kann ein erhebliches Risiko für die Bewohner des Gebäudes darstellen. Ohne Panik zu machen machen:

 
 

Es besteht absoluter Handlungsbedarf.

Welche Gefahren bestehen bei Schimmelpilzbefall?

Entdecken oder vermuten Sie Schimmelpilz in Ihren Wohnräumen, so ist dies nicht automatisch gleichzusetzen mit einer akuten Gesundheitsgefährdung – dennoch besteht die Möglichkeit! Der Gefährdungsgrad hängt in der Regel von der Art und Größe des Schimmelbefalls und der individuellen gesundheitlichen Reaktion der betroffenen Bewohner ab. Umgehendes Handeln ist gefragt!

Zahlreiche internationale Studien haben nachgewiesen, dass Schimmelpilze in der Wohnung zum Teil toxisch, also giftig für Menschen wirken und Symptome wie

  • Nasennebenhöhlenprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Lustlosigkeit
  • Atembeschwerden
  • allergische Reaktionen oder
  • eine Schwächung des Immunsystems

auslösen können.

Besonders gefährdet sind Kinder, chronisch Kranke und Allergiker. Stellen Sie solche Symptome fest, raten wir Ihnen dringend zu einer ärztlichen Untersuchung!

Feuchtigkeits- und Schimmelschäden können aber auch zu einem erheblichen, oft völlig unterschätztem Wertverlust an Ihrem Gebäude führen. Denn bei der Bewertung eines Gebäudes spielen neben dem Standort und dem wirtschaftlich-strukturellen Umfeld auch die Qualität der Bauausführung und der bauliche Zustand eine entscheidende Rolle. Zudem schränken solche Schäden die Wohnqualität zum Teil erheblich ein. 

 

 

1. Sofortmaßnahmen

Um die Raumluftbelastung in Bezug auf gesundheitsgefährdende Schimmelsporen zu reduzieren und die Geruchsbeeinträchtigung zu minimieren, werden vor Beginn der Sanierungsarbeiten spezielle Luftreinigungsgeräte aufgestellt, die mit HEPAFiltern und Aktivkohlfiltern ausgestattet sind. Diese Maßnahme dient dem schnellen Schutz der Bewohner. 

2. Abschottung

Der schimmelkontaminierte Bereich (Schwarzbereich) wird staubdicht vom nichtkontaminierten Bereich (Weißbereich) abgeschottet. Der Zugang wird ggf. durch eine Einkammerschleuse ermöglicht. Um eine Verbreitung der Schimmelsporen in die nicht schimmelpilzbefallenen Bereiche zu verhindern, wird im Sanierungsbereich ein Unterdruckgerät mit HEPA-Filter installiert.

 

3. Schimmelsanierung

Die schimmelbefallenen Tapeten werden entfernt, befallener Putz ggf. abgefräst und abgesaugt. Das kontaminierte Material wird entsorgt. Es erfolgt eine Desinfektionsmaßnahme des Sanierungsbereichs mit 80%em Isopropanol Alkohol, der eventuell vorhandene Mycelreste abtötet. Erst dann kann das Mauerwerk z.B. mit Klimaplatten von innen wärmegedämmt und die Wandoberfläche dekorativ gestaltet werden. 

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